Übergewicht in Deutschland: Zahlen und Entwicklungen
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Übergewicht ist in Deutschland weit verbreitet. Laut dem Robert Koch-Institut sind rund 60 % der Erwachsenen übergewichtig. Fast jeder vierte gilt sogar als stark übergewichtig (Adipositas).
Um das einzuordnen, wird in Studien meistens der sogenannte BMI verwendet. BMI steht für „Body-Mass-Index“. Er zeigt grob an, ob das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße im normalen Bereich liegt. Man berechnet ihn, indem man sein Gewicht durch die Körpergröße zum Quadrat teilt. Klingt kompliziert – ist aber nur eine Rechenformel.
Ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 gilt als Normalgewicht.
Ab 25 spricht man von Übergewicht.
Ab 30 von starkem Übergewicht.
Wichtig: Der BMI ist nur ein Richtwert. Er unterscheidet zum Beispiel nicht zwischen Muskeln und Fett. Trotzdem wird er in großen Studien genutzt, um Entwicklungen in der Bevölkerung vergleichen zu können.
Die aktuellen Zahlen zeigen: Übergewicht betrifft längst nicht nur einzelne Menschen – sondern einen großen Teil der Gesellschaft. Und die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass der Anteil langsam, aber stetig zunimmt.

Das Diagramm zeigt die kontinuierliche Zunahme des Anteils übergewichtiger Erwachsener in Deutschland in den letzten zehn Jahren auf Basis der RKI-Erhebungen.
Altersabhängige Unterschiede beim Übergewicht
Die Prävalenz von Übergewicht unterscheidet sich deutlich nach Altersgruppen. Während bei jungen Erwachsenen niedrigere Quoten beobachtet werden, steigt der Anteil mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. Besonders in den mittleren Altersgruppen liegt der Anteil übergewichtiger Personen über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Fachleute führen diese Entwicklung unter anderem auf langfristige Veränderungen im Lebensstil zurück, etwa reduzierte Alltagsbewegung, sitzende Tätigkeiten und eine dauerhaft erhöhte Energiezufuhr. Übergewicht entsteht in der Regel nicht kurzfristig, sondern entwickelt sich über Jahre durch kleine, kontinuierliche Ungleichgewichte zwischen Energieaufnahme und -verbrauch.

Das Säulendiagramm verdeutlicht, dass der Anteil übergewichtiger Personen mit zunehmendem Alter deutlich ansteigt und besonders in den mittleren Altersgruppen über dem Durchschnitt liegt.
Mögliche gesundheitliche Zusammenhänge
Ein erhöhtes Körpergewicht steht laut wissenschaftlicher Forschung in Zusammenhang mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken. Dazu zählen unter anderem Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Beschwerden des Bewegungsapparates können bei dauerhaftem Übergewicht häufiger auftreten. Wichtig ist dabei: Übergewicht entsteht in der Regel durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren – darunter Ernährung, Bewegung, genetische Veranlagung und soziale Rahmenbedingungen.
Die World Health Organization stuft Übergewicht und Adipositas weltweit als bedeutende Gesundheitsherausforderung ein. In internationalen Berichten wird darauf hingewiesen, dass langfristige Veränderungen im Lebensstil – insbesondere regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Energiezufuhr – eine zentrale Rolle für die Prävention spielen können. Dabei geht es nicht um kurzfristige Diätmaßnahmen, sondern um nachhaltige Gewohnheiten im Alltag.
Wissenschaftliche Empfehlungen betonen deshalb vor allem Struktur, Kontinuität und realistische Zielsetzungen anstelle von Extremansätzen. Kleine, konsequente Anpassungen können langfristig zu einer Stabilisierung des Körpergewichts beitragen.
Fazit: Nachhaltige Veränderungen im Alltag
Die Studienlage zeigt, dass langfristige Gewohnheiten entscheidend sind. Nachhaltige Veränderungen basieren in der Regel auf einer Kombination aus regelmäßiger körperlicher Aktivität, einer bedarfsgerechten Energiezufuhr und realistischen Zielsetzungen. Strukturierte Trainingspläne, eine bewusste Lebensmittelauswahl sowie die Dokumentation von Fortschritten können helfen, Orientierung zu schaffen. Dabei geht es nicht um kurzfristige Perfektion, sondern um schrittweise Anpassungen im Alltag. Konzepte wie sie im Rahmen von Human Fuel beschrieben werden, setzen auf systematische Planung und langfristige Umsetzung – ohne Extremansätze oder unrealistische Versprechen.
Veränderung ist ein Prozess, der Zeit braucht. Studien zeigen jedoch, dass bereits moderate Anpassungen des Lebensstils langfristig positive Effekte auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit haben können.

Wissenschaftliche Nachweise:
Robert Koch-Institut (GEDA 2019/2020-EHIS)
World Health Organization (WHO): Obesity and Overweight
WHO European Regional Obesity Report 2022
American College of Sports Medicine (ACSM) Position Stand